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Andachtsraum des EKO Oberhausen

Anfang 2007 fragte mich der Hamburger Architekt Jörn Focke, ob ich mir vorstellen könnte, den Andachtsraum eines evangelischen Krankenhauses in Oberhausen künstlerisch zu gestalten. Was sich wie eine einfache Auftragsarbeit anhörte, erwies sich aber beim näheren Nachfragen als schwierig, da die Innengestaltung des besagten Raums schon bis ins Detail festgelegt und meine Gestal-tungsmöglichkeiten dadurch sehr eingeschränkt waren.
Der Andachtsraum sollte in den bestehenden Komplex der Kranken-hauscaféteria, im Zentrum des Geländes gelegen, eingegliedert werden. Der zur Verfügung stehende Teil dieses Gebäudes, ein länglicher Raum ohne einen rechten Winkel, wurde von den Planern dieses Projekts, dem Architekturbüro D:4, so umgestaltet, dass er nicht nur als Andachtsraum dienen konnte, sondern auch für Veran-staltungen, auch im Multimediabereich, nutzbar wäre. Die räumliche Umsetzung basiert auf eine Neuinterpretation des Raums als Umfassung eines diagonal in den Raum gelegten Kreuzes, dessen Schnittpunkte den Ort des Altars definieren. Das Kreuz zeichnet sich im Raum an der Decke ab und sollte an den Wänden in Form von farblich hervorgehobenen Schnittflächen zum Außenraum fortgesetzt werden. Mein Auftrag war nun, diese Wandflächen künstlerisch zu gestalten, wobei außerdem noch Verse aus dem 23. Psalm in diese Wandflächen integriert werden sollten.
Für große kreative Freiheiten ist da nicht mehr viel Platz, dachte ich zuerst. Aber das Thema und die Vorgaben reizten mich doch, zumal der Architekt trotz schwieriger Raumverhältnisse für die Raumauf-teilung eine gelungene, elegante Lösung gefunden hatte.
Also überlegte ich, wie ich den Vorgaben gerecht und trotzdem die Wandtafeln eigenständig gestalten und diesen Raum mit prägen könnte. Ich beschloss, die besagten Wandflächen mit einer selbst hergestellten, überpigmentierten Farbe zu bemalen. Ich wählte ein dunkles Ultramarinblau Pigment. Durch eine besondere Pigment-Binder-Mischung gelang mir ein Farbauftrag von einer großen
Farbtiefe, welche gerade auch bei nächtlicher Beleuchtung eine geheimnisvolle und sehr beruhigende Strahlkraft besitzt. Die Buch-staben der Texte druckte ich auf Papier, schnitt sie dann mit der Hand aus und montierte sie auf die Bildoberfläche. Danach übermalte ich sie mit einem hellerem Blau, so dass die hellblauen Textzeilen über dem dunklen Farbgrund optisch zu schweben scheinen.

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Beide Fotos: Frank Elschner, Oberhausen 2007

 
 
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